Was mir außerdem wichtig ist
von Markus Bodenmüller
In der Würdeorientierten Gesprächsführung (WoG) folgt auf
„Was macht das mit dir?“
die Frage
„Was ist dir daran wichtig?“
Sie hilft mir zu erkennen, welche Bedeutung eine Situation für mich hat.
Im Streit sehe ich oft zuerst das, was verletzt wurde.
Meine Grenze.
Meinen Wunsch, ernst genommen zu werden.
Mein Recht, mitzuentscheiden.
Das sind wichtige Antworten.
Wenn ich noch einen Moment bei der Frage bleibe, kann ich mich fragen:
Was ist mir außerdem wichtig?
Eine Kollegin ändert unsere Absprache, ohne mich zu fragen.
Zuerst merke ich: „Ich möchte mitentscheiden.“
Vielleicht kommt hinzu: „Und mir ist wichtig, dass wir verlässlich zusammenarbeiten können.“
Ein Freund sagt kurzfristig ab.
Mir ist wichtig, dass er sorgsam mit meiner Zeit umgeht.
Und vielleicht merke ich: Unsere Freundschaft ist mir ebenfalls wichtig.
Manchmal bleibt es auch bei einem Satz:
„Mir ist wichtig, dass mein Nein gilt.“
Dann muss ich nichts hinzufügen.
Die Nachfrage verlangt keine zweite Antwort und auch keine freundlichere.
Sie gibt mir Raum, genauer zu sehen, was in dieser Situation für mich zählt.
Von dort aus kann ich fragen, wie ich damit umgehen möchte.
WoG · Würdeorientierte Gesprächsführung