Weil die Annahme angenehmer ist als die offene Frage

von Markus Bodenmüller

Wir täuschen uns oft nicht, indem wir etwas Falsches behaupten.
Wir täuschen uns, indem wir dort nicht weiterfragen, wo uns die erste Antwort gut genug gefällt.

Eine Erklärung passt.
Sie beruhigt.
Sie macht die Sache überschaubar.

Also lassen wir sie stehen.

Nicht unbedingt, weil wir wissen, dass sie falsch ist.
Sondern weil eine weitere Frage etwas verändern könnte.

Vielleicht müsste ich genauer hinsehen.
Vielleicht würde eine Gewissheit verschwinden, die mir bisher ganz gut gedient hat.

Und manchmal braucht es gar keine große Selbsttäuschung.

Es reicht ein kleiner Satz:

Das wird schon so sein.

Vielleicht ist genau das einer der unscheinbarsten Wege, auf denen wir uns selbst ausweichen:

Die Annahme ist angenehmer als die offene Frage.

Nach oben scrollen