Wenn ein eigener Wunsch nicht als Grund reicht
von Markus Bodenmüller
Manchmal irritiert uns nicht, dass jemand etwas anders machen möchte.
Sondern dass er dafür keinen Grund nennt, den wir überzeugend finden.
Warum kommst du nicht mit?
Weil ich heute lieber zu Hause bleiben möchte.
Warum willst du das nicht?
Weil ich es nicht möchte.
Warum machst du es anders?
Weil es für mich so stimmiger ist.
Und plötzlich entsteht Erklärungsbedarf.
Als müsste hinter einem eigenen Wunsch noch etwas liegen, das ihn legitimiert.
Dabei könnte manchmal dieser Satz reichen:
Ich möchte es so.
Das heißt nicht, dass ein Wunsch alles bestimmt.
Aber er muss nicht erst vernünftig genug werden, um zählen zu dürfen.
Vielleicht gehört zur Selbstbestimmung auch, dass ein eigener Wunsch wieder als Grund gelten darf.