Wege zurück in Kontakt
Eigene Ansätze für das, was in Menschen und zwischen Menschen geschieht
Manchmal wissen wir, dass etwas nicht stimmt, ohne genau sagen zu können, was eigentlich geschieht.
Ein Gespräch dreht sich im Kreis. Wir erklären immer mehr und kommen trotzdem nicht bei dem an, was uns wirklich berührt. Wir sagen Ja, obwohl wir Nein meinen. Wir wünschen uns Nähe und ziehen uns gleichzeitig zurück. Wir möchten zur Ruhe kommen und bemerken, dass etwas in uns wach und angespannt bleibt.
Aus meiner Arbeit sind dafür eigene Gesprächsansätze und Arbeitsinstrumente entstanden.
Oft sehen wir zunächst nur das Verhalten:
Ich kann mich nicht entscheiden.
Ich kann schlecht Grenzen setzen.
Ich denke zu viel.
Ich kann nicht abschalten.
Ich gerate immer wieder in dieselben Gespräche.
Doch ein Verhalten erzählt selten die ganze Geschichte.
Vielleicht fehlt eine Sprache für das eigene Erleben.
Vielleicht ist etwas wichtig, das bisher nicht vorkommt.
Vielleicht wirkt im Hintergrund eine innere Regel, nach der eine bestimmte Reaktion notwendig, sicher oder richtig erscheint.
Genau dort beginnt meine Arbeit.
Was aus meiner Arbeit entstanden ist
WoG – Würdeorientierte Gesprächsführung
Die Würdeorientierte Gesprächsführung ist ein von mir entwickelter Gesprächsansatz.
WoG betrachtet nicht nur, worüber gesprochen wird. Der Ansatz richtet die Aufmerksamkeit auch darauf, wie sich ein Gespräch bewegt.
Ein Mensch erzählt zunächst, was geschehen ist.
Klärung entsteht jedoch häufig erst dann, wenn das Gespräch eine Bewegung nach innen findet:
vom Geschehen zum Erleben
vom Erleben zur Bedeutung
von der Bedeutung zu einer eigenen Haltung
Dabei helfen
- 3+1 Fragen,
- BASO als Orientierung in festgefahrenen Gesprächsbewegungen,
- Spiegelsätze,
- die tieferliegenden Felder und eine besondere Aufmerksamkeit für Timing und Regulation.
WoG will Menschen nicht möglichst geschickt zu einer Lösung führen.
Der Ansatz hilft dabei, wahrzunehmen, wo ein Gespräch gerade steht, was fehlt und welche nächste Bewegung wirklich trägt.
Landkarte innerer Regeln
Die Landkarte innerer Regeln ist ein von mir entwickeltes Arbeitsinstrument.
Sie hilft dabei, mögliche innere Regeln sprachlich einzugrenzen.
Solche Regeln werden nicht unbedingt bewusst gedacht. Sie zeigen sich eher darin,
- was jemand erwartet,
- was er vermeidet,
- was er zurückhält,
- wann er sich anpasst,
- wann er sich zurückzieht
- oder welche Möglichkeiten sich innerlich gar nicht erst erreichbar anfühlen.
Ein äußerlich ähnliches Verhalten kann dabei von sehr unterschiedlichen inneren Logiken getragen sein.
Hinter einem schwierigen Nein kann zum Beispiel stehen:
Wenn ich Nein sage, verletze ich den anderen.
Oder:
Meine Grenze zählt nur, wenn ich sie gut begründen kann.
Oder:
Mein Nein wird ohnehin nicht respektiert.
Die Landkarte entscheidet nicht, welcher Satz wahr ist.
Sie bietet mögliche Sprache an.
Eine gemeinsame Grundhaltung
Meine Modelle liefern keine objektive Wahrheit über einen Menschen.
Sie sind Landkarten.
Eine Landkarte kann Orientierung geben.
Sie kann zeigen, wo ein Gespräch gerade steht, an welcher Stelle etwas ins Stocken gerät oder welche innere Logik möglicherweise wirksam wird.
Aber sie ersetzt nicht das eigene Wahrnehmen.
Die Sprache des Menschen hat Vorrang vor der Sprache des Modells. Auch ein Widerspruch kann weiterführen:
Nein. So ist es nicht ganz. Eher …
Nicht jede Erkenntnis muss sofort zu einer Handlung führen.
Nicht jeder innere Satz braucht eine Ursprungsgeschichte.
Und nicht jeder Prozess muss vollständig erklärt oder aufgelöst werden.
Manchmal ist bereits etwas Wesentliches geschehen, wenn jemand sich selbst in einer neuen Sprache wiedererkennt.
Warum ich eigene Ansätze entwickelt habe
Viele psychologische, körperorientierte und kommunikative Ansätze enthalten wertvolle Gedanken.
Gleichzeitig begegneten mir immer wieder Situationen, für die mir eine hinreichend genaue Sprache fehlte.
Menschen konnten sehr gut erklären, warum etwas schwierig war – und fanden trotzdem nicht zu einer eigenen Haltung.
Gespräche bewegten sich – und blieben dennoch in Beschwerde, Analyse, Schuld oder Ohnmacht hängen.
Jemand wusste vielleicht längst, dass er eine Grenze brauchte.
Doch die entscheidende Frage war nicht nur, wie er sie entschlossener setzen konnte.
Die entscheidende Frage lautete:
Was bedeutet diese Grenze innerlich überhaupt?
Vielleicht fühlt sie sich nicht nur wie Abgrenzung an, sondern wie Zurückweisung.
Vielleicht scheint sie Nähe zu gefährden.
Vielleicht darf sie erst bestehen, wenn der andere sie versteht.
Aus solchen Beobachtungen sind nach und nach eigene Gesprächsansätze, Modelle und Arbeitsinstrumente entstanden.
Sie sollen Menschen nicht erklären oder festlegen. Sie helfen dabei, genauer wahrzunehmen, Unterschiede sichtbar zu machen und eine Sprache für etwas zu finden, das bisher vielleicht nur als Enge, Unruhe, Rückzug oder wiederkehrendes Verhalten spürbar war.
Wie ich damit begleite
In einer Begleitung arbeite ich diese Ansätze nicht Punkt für Punkt ab.
Ich höre zunächst darauf, was ein Mensch mitbringt, was ihn gegenwärtig beschäftigt und an welcher Stelle etwas eng, unklar oder wiederkehrend geworden ist.
Manchmal braucht es eine genaue Frage.
Manchmal eine Spiegelung.
Manchmal hilft ein möglicher innerer Satz.
Und manchmal braucht es zunächst nur einen Moment, in dem nichts gelöst werden muss.
Das Ziel ist nicht, möglichst schnell eine Antwort zu produzieren.
Es geht darum, wieder Kontakt zu dem zu finden,
was gerade erlebt wird,
was darin wichtig ist
und welche Haltung heute stimmig sein könnte.
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