WoG für Unternehmen und Teams
Klarer werden, bevor Gespräche festfahren
Zusammenarbeit wird nicht nur dort schwierig, wo Menschen nicht miteinander reden.
Manchmal wird sehr viel geredet – und trotzdem dreht sich alles im Kreis.
Wer hat recht?
Wer hätte anders handeln müssen?
Warum versteht die andere Seite das nicht?
Was soll man denn noch tun?
Die Würdeorientierte Gesprächsführung – WoG setzt an einer anderen Stelle an.
Sie hilft dabei, zunächst die eigene Situation zu klären:
Was macht das mit dir?
Was ist dir daran wichtig?
Was wäre für dich stimmig?
Und daraus:
Was könnte ein nächster Schritt sein?
Nicht, um Konflikte schönzureden.
Sondern um wieder klarer und handlungsfähiger zu werden.
WoG kann hilfreich sein, wenn …
… Gespräche immer wieder an derselben Stelle festfahren.
… Spannungen im Team spürbar sind.
… der Umgang mit Grenzen oder Verantwortung schwierig wird.
… schwierige Gespräche bevorstehen.
… Mitarbeitende oder Führungskräfte zwischen Anpassung, Rückzug und Konfrontation schwanken.
… aus Ärger, Beschwerde oder Ohnmacht wieder eine eigene Position entstehen soll.
WoG fragt dabei nicht zuerst:
Wer hat recht?
Sondern:
Wie möchte ich selbst in dieser Situation stehen?
Von der Reaktion zur eigenen Haltung
In schwierigen Situationen reagieren Menschen oft schnell.
Sie rechtfertigen sich.
Sie ziehen sich zurück.
Sie werden schärfer.
Oder sie sagen Ja, obwohl sie eigentlich Nein meinen.
WoG verlangsamt diesen Moment.
Die Arbeit bewegt sich über vier Ebenen:
Erleben → Bedeutung → Haltung → Handlung
Was passiert gerade mit mir?
Was ist mir daran wichtig?
Was wäre für mich stimmig?
Und was könnte daraus konkret folgen?
Eine Grenze.
Ein Gespräch.
Eine Nachfrage.
Eine Entscheidung.
Was WoG im Arbeitsalltag unterstützen kann
WoG kann helfen,
- schwierige Situationen früher wahrzunehmen,
- aus Beschwerde wieder in eigene Verantwortung zu kommen,
- Grenzen klarer zu erkennen und anzusprechen,
- Konflikte konkreter zu betrachten,
- eigene Handlungsmöglichkeiten wiederzuentdecken,
- geklärter in schwierige Gespräche zu gehen
- und Entscheidungen bewusster zu treffen.
Dabei geht es nicht darum, jede Spannung aufzulösen.
Gute Zusammenarbeit bedeutet nicht, dass immer alle dasselbe wollen.
Sie braucht Menschen, die Unterschiede aushalten können, ohne sich selbst oder den anderen aus dem Blick zu verlieren.
Haltungsklärung ist ergebnisoffen
WoG ist kein Instrument dafür, Menschen möglichst gut an bestehende Bedingungen anzupassen.
Wer die eigene Haltung klärt, kann zu unterschiedlichen Antworten kommen.
Warum das auch für Unternehmen eine wichtige Frage ist, habe ich in einem eigenen Beitrag beschrieben.
Mögliche Themen
Schwierige Gespräche vorbereiten und führen
Wie möchte ich selbst in das Gespräch gehen, und was wäre für mich stimmig?
Mit Grenzen und Verantwortung umgehen
Wie möchte ich Verantwortung übernehmen, ohne automatisch alles zu übernehmen?
Die eigene Haltung im Konflikt klären
Was passiert mit mir, was ist mir daran wichtig und wie möchte ich damit umgehen?
Vom Ärger zur stimmigen Handlung
Wie komme ich aus Reaktion oder Beschwerde wieder zu einer eigenen Haltung und einem nächsten Schritt?
Haltung in Führungssituationen
Wie möchte ich klar sein, ohne unnötig hart oder ausweichend zu werden?
Besonders hilfreich ist die Arbeit mit konkreten Situationen aus dem Arbeitsalltag.
Nicht:
„Bei uns stimmt die Kommunikation nicht.“
Sondern an einer überschaubaren Situation.
Zum Beispiel:
„Mein Mitarbeiter reagiert auf Rückmeldungen sofort defensiv.“
Das ist schon näher dran – enthält aber noch eine Bewertung.
Für die Arbeit mit WoG wird daraus eine konkrete Situation:
„Als ich gestern angesprochen habe, dass die Zuarbeit noch fehlt, sagte er: ‚Dafür kann ich nichts‘ und verwies auf die anderen im Team.“
Oder:
„Mein Chef lädt mir ständig alles auf und nutzt aus, dass ich nie Nein sage.“
Hier stecken bereits Deutung, Bewertung und Verallgemeinerung drin.
Konkreter wäre:
„Gestern fragte mein Chef, ob ich zusätzlich noch die Präsentation übernehmen kann. Ich sagte Ja, obwohl ich eigentlich schon ausgelastet war.“
Auch Situationen wie diese können Ausgangspunkt sein:
„Meine Kollegin möchte, dass ich etwas unterschreibe, für das ich Verantwortung übernehmen müsste.“
Eine gute Arbeitsfrage ist klein genug, dass sichtbar wird, was tatsächlich passiert.
Wie gearbeitet wird
WoG wird nicht nur erklärt.
Die Teilnehmenden arbeiten mit eigenen oder vorbereiteten Situationen und wenden die Fragen unmittelbar an.
Ein Workshop verbindet:
- kurze Inputs,
- konkrete Beispiele,
- angeleitete Reflexion,
- Übungen,
- Fallarbeit,
- und die Übertragung in den Arbeitsalltag.
Nicht die möglichst schnelle Lösung steht im Mittelpunkt.
Sondern zunächst die Frage:Was ist hier eigentlich los – und was wäre für mich darin stimmig?
WoG setzt vor der eigentlichen Kommunikation an:
bei der Klärung der eigenen Wahrnehmung, Bedeutung und Haltung.
Workshop
Die Teilnehmenden lernen WoG kennen und wenden die Fragen auf typische, überschaubare Situationen aus ihrem Arbeitsalltag an.
Im Mittelpunkt stehen innere Klärung, Haltung und nächste Schritte – nicht Konfliktmoderation oder Krisenbearbeitung.
Dauer: ca. 3–4 Stunden / Halbtag.
Individuelle Formate auf Anfrage
Je nach Anlass sind auch andere zeitliche Rahmen oder thematische Schwerpunkte möglich, zum Beispiel im Rahmen eines Teamtags oder einer internen Fortbildung.
Für wen?
WoG richtet sich unter anderem an
Teams und Führungskräfte,
Schulen und Bildungseinrichtungen,
pädagogische und soziale Einrichtungen
sowie Organisationen, in denen Zusammenarbeit und Gesprächsführung eine wichtige Rolle spielen.
Interesse an einem Workshop?
Wenn Sie überlegen, ob Würdeorientierte Gesprächsführung zu Ihrem Team oder Ihrer Organisation passen könnte, können wir zunächst unverbindlich klären, worum es bei Ihnen geht.
Mehr zum Ansatz:
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