Freundlichkeit ohne Selbstkontakt
Dieses Muster entsteht oft dort, wo
Beziehung früh an Bedingungen geknüpft war.
Wo Nähe sicherer war,
wenn sie angepasst blieb.
Wo man lernte,
richtig zu reagieren,
bevor man spürte.
Die Freundlichkeit wird dann zu einer Funktion.
Sie hält Kontakt,
ohne sich zu öffnen.
Das Gefrorene ist kein Mangel an Gefühl.
Es ist Schutz.
Denn echtes Spüren wäre unberechenbar.
Nicht kontrollierbar.
Vielleicht beschämend.
Also friert man lieber ein wenig ein.
Nicht das Leben.
Nur den Zugang.
Körperliche Lesart
Im Körper zeigt sich das oft sehr konkret:
- Spannung im Kiefer
- wenig Mikrobewegung um die Augen
- ein Atem, der kaum bis ins Gesicht reicht
Das soziale Gesicht ist wach und gespannt.
Das unbeobachtete Gesicht fällt in Ruhe –
aber nicht in Weichheit.
Manchmal rutscht kurz etwas durch.
Ein Ausdruck von Härte.
Oder Ekel.
Oder Abwesenheit.
Nicht, weil etwas falsch ist.
Sondern weil Halten anstrengender ist als Fühlen.